Montag, 28. April 2008

Ausflug mit der Erzgebirgsreichseisenbahn

Wie schön können doch freie Tage sein...
Da ich das vergangene Wochenende arbeiten musste habe ich heute und morgen frei. Die Wochenenddienste sind besonders schwierig, da man hier jeweils Früh- und Spätschicht hat. Da kommt schon was an Arbeitszeit zusammen. Und die Patienten haben auch nicht immer gute Tage. Aber wenn man einmal ein schönes Gesprächsthema gefunden hat macht es schon Spaß. Sogar über den Beruf Lokführer wollen Viele mehr wissen, was mich natürlich unheimlich freut :-)
Nach dem ausschlafen habe ich überlegt was ich mit dem angebrochenen Tag machen könnte. Sonne und angenehme, warme Temperaturen sind zu gute Argumente um einen TV, PC und relax Tag einzulegen. Gegen Mittag kam ich dann auf folgende Idee: 2001 hatte ich ja ein Praktikum bei der DB in Chemnitz. Die Kontakte zur Erzgebirgsbahn sind seit dem nicht mehr eingegangen. Also schnell die Tarnkleidung drüber und los ging’s - auf nach Olbernhau! Es ist Wahnsinn wie sehr sich die Strecke im Laufe der Jahre verändert hatte. Moderne Rückfallweichen und andere Technische Details, an die man 2001 noch nicht gedacht hätte. Ich habe nicht nur meine Streckenkunde ins tiefe Erzgebirge auffrischen können, sondern auch diverse Tipps und Tricks rund im den Triebwagen des Typs Desiro. Ab und zu haben wir kleine Sachen entdeckt, die viel zu schnell in Vergessenheit geraten sind. Abgesehen vom sinnvollen Zeitvertreib habe ich auch wieder was dazu lernen können.

super geparkt, wa!? ... ;-)

Nach der obligatorischen "Bowu" (Bockwurst) beim FDL, fuhren wir wieder zurück nach Chemnitz. Ich habe auf der ganzen Fahrt (hin und zurück) 62 mal gepfiffen. Für verheiratete Lokführer sicherlich auch mal eine angenehme Abwechslung zum Feierabend daheim...*pfeif*

Weitere Erkundungsfahrten sind geplant. Berichte folgen demnächst!

Donnerstag, 24. April 2008

die 250 sind voll :-)


Freue mich über die zahlreichen Besuche meines Blogs!

Freitag, 18. April 2008

Probefahrt im Chevrolet HHR

Da die letzte Probefahrt schon ein Weilchen her ist, wurde es langsam wieder Zeit für eine weitere. Diesmal haben wir (mein Bruder und ich) uns den Chevrolet HHR ausgesucht. Äußerlich ist der im Retro-Look gehaltene HHR nicht so mein Ding. Als Vorlage diente dem Designer Brian Nesbitt der 49' Jahrgang des Chevrolet Suburban. Übrigens wurde auch der PT Cruiser von Chrysler von ihm designt. In beiden Fahrzeugen lässt sich der unverkennbare Stil erkennen.

Der luxuriöse Plastebomber, der seit Anfang 2008 als kleinerer SUV bei den Händlern steht, bringt eine Menge Extras mit sich. Ledersitze mit Sitzheizung, 17" Alus, sowie Tempomat und Mp3 Radio gehören zur Serienausstattung dazu. Für werdende Familien mit Bezug zum amerikanischen Flair ist dieses Auto für 22.990 € eine tolle Alternative. Bauteile wie Lenkrad, Blinkerhebel und diverse Elemente in der Mittelkonsole kennt so mancher Opel-Fahrer aus dem Opel GT. Auch der Motor des frontgetriebenen HHR stammt vom Opel-Renner. Eines ist mir schon während der ersten paar Kilometer aufgefallen: Neugierige Blicke an den Kreuzungen hielten sich heute in Grenzen. Das alt wirkende Blechkleid ist ja auch nicht jedermanns Fall. Gewöhnungsbedürftig gestaltete sich die Sicht des Fahrers. Vor der Ampel musste man den Kopf etwas schief halten um die Ampel überhaupt zu sehen :-D
Wie auch schon bei anderen Probefahrten haben wir wieder fleißig getestet. Wenn, dann RICHTIG!

Wenn mich der HHR auch nicht direkt vom kaufen überzeugen konnte, war es trotzdem eine tolle Fahrt.

Sonntag, 13. April 2008

mit 210 russischen Pferden durch die Prärie

lange, lange ist es her. Nur selten sieht man den 1965 bei der Nationalen Volksarme der DDR eingeführten Hauber heute noch auf unseren Straßen. Weit entfremdet vom eigentlichen Nutzen, fungiert er heute als Liebhaberstück für Offroad-Safaris, oder als größeres Wohnmobil für Abenteuerreisen.
Ungefähr 40 Kilometer nördlich von Magdeburg liegt das kleine Dorf Mahlwinkel. In der knapp 650 Seelen-Gemeinde hat sich einiges getan. Außer dem restaurierten Dorfplatz mit einer sehr sehenswerten Kirche erinnert nicht mehr viel an längst vergangene Zeiten. Einziger Zeitzeuge ist die immer noch gut befahrbare Betonplattenstraße, die uns direkt in die Vergangenheit führte. Etwas außerhalb, in den Wäldern von Mahlwinkel, entstand in den fünfziger Jahren ein Militärflugplatz der Sowjetischen Streitkräfte. Gleich nach der Fertigstellung Ende 1956 war dies der Lebensort für 16.000 Menschen. Aus Platzgründen waren die Wohnungen sogar teilweise mit zwei Familien belegt. Neben der Militärbasis entstanden Einkaufsmöglichkeiten, sowie Erholungs- und Freizeitanlagen. Beim Fußballplatz angefangen bis hin zur Schwimmhalle, es sollte an nichts fehlen. Bis 1994 war die komplette Anlage besetzt.

Noch heute erzählt mein Vater die ein oder andere tolle Geschichte der damaligen Armeezeit. Besonders aber haben sich ihm Erlebnisse vom russischen Ural eingeprägt. Jedes mal aufs Neue schwärmt er während seiner Erzählungen von der einfachen, aber doch sehr robusten Technik. Um Ihm nach so vielen Jahren einen kleinen Rückblick zu verschaffen sind wir gestern zum oben beschriebenen Militärstützpunkt gefahren. Vor einigen Jahren wurde das Gelände an private Investoren verkauft. Unter anderem an die Firma Panzer-Power. Als Geburtstagsüberraschung genau das Richtige für unseren Vati :-)

Panzer-Power betreibt eine Fahrzeugflotte bestehend aus Fahrzeugen der damaligen NVA. Egal ob Panzer oder Lastkraftwagen, für jeden ist etwas dabei. Für uns vordergründig war aber der Ural 4320. Nach kurzer Einweisung und mit einem, erneut vollkommen faszinierten lächeln, fuhr mein Vati dann davon. Als wäre es alltäglich führte er den 8,7 Tonnen schweren Laster über die extrem unebene Fahrbahn. Ein extra angelegter und ca. 15 Hektar großer Parcur quer durch die Prärie, beansprucht durch unebenes Gelände nicht nur das Fahrzeug, sondern auch den Fahrer. Auch dem Beifahrer empfiehlt sich ein beherzter Griff an den Haltegriff der Tür! Mühelos gräbt sich der 210 PS starke V8 Diesel durch den weichen, sandigen Boden. Nach 3 Runden ist mein Vater dann abgestiegen. So technikbegeistert wie ich bin, konnte ich es mir nicht verkneifen selbst eine Runde mit dem sagen umworbenen LKW zu drehen. Also ich muss ganz ehrlich sagen, für meine erste Fahrt auf einem LKW war ich wirklich sehr zufrieden. Aber gut, wer Lokomotiven fahren kann, wird ja wohl auch so etwas hinbekommen. Da ich ab und zu sowjetische Großdiesellok der Baureihe 232 gefahren habe ist mir einiges sofort ins Auge gefallen. Der Großteil der auf dem Armaturenbrett des Ural verbauten Instrumente und Schalter waren wieder mal baugleich mit denen der Lok. Wie sollte es auch anders sein... Wo man bei uns auf teure Ersatzteile beim Händler zurückgreifen muss, dient in Russland der alte Ural zur Ersatzteilgewinnung der Lok, und diese nach ein paar Jahren als Ersatzteilspender für den Traktor im Nebendorf. Ach richtig, der Kapitän im Nachbarort brauch auch noch diverse Teile für seinen Kutter ...



Nach meiner Runde im Ural verstehe ich die grenzenlose Begeisterung meines Vatis. Selbst meine Mutti konnte nicht widerstehen und fuhr auch gleich problemlos noch eine Runde. Sogar mein Bruder wagte zum Schluss den Versuch. Als Beifahrer der Abschiedsrunde muss ich echt sagen, Respekt Bruderherz! Für die wenige Erfahrung im Umgang mit dem kleinen PKW, so eine große Bude fahren, wirklich eine große Leistung!

Doch nicht nur das Fahrerlebnis sondern auch mein erster Einblick in diese Technik war echt klasse. Während meiner Fahrt unterhielt ich mich mit der jungen Besitzerin (!) des LKW's, die vom scheinbar ansteckenden Ural-Fieber ihres Bruders nicht mehr wegkam. Seit nun schon 8 Jahren läuft dieser Laster ohne auch nur eine Panne. Eine kleine Dichtung im Kühlkreislauf musste mal erneuert werden. Aber außer Diesel und Öl wurde sonst nie etwas ergänzt oder gebaut, sagte sie. Alleine diese Daten unterstreichen die Erzählungen meines Vaters.

Vorbei an leer stehenden Kasernen und Hallen führte uns der Weg, knapp zwei Stunden später wieder zurück nach Mahlwinkel. Etwas seltsam fühlten sich die Sitzhöhe und das unwahrscheinlich kleine Lenkrad unseres Autos an. Der bemerkenswerte Zustand der alten Plattenstraße zeugt von russischer, unkaputtbarer Baukunst!

In Mahlwinkel angekommen, ging es bei schönstem Sonnenschein und vollster Zufriedenheit aller wieder zurück Richtung Heimat.

Mittwoch, 9. April 2008

Der längste Tag des Jahres

Für kaum einen Menschen in unserer Gegend ist der 21. Juni ein besonderer Tag. Es ist der längste Tag des Jahres, obwohl der längste Tag im astronomischen Sinne auch manchmal auf den 20. Juni fällt. In dem einen oder anderen Kalender wird dieser, für uns eigentlich unbedeutende Tag, erwähnt.

Im hohen Norden Europas zählt der Tag als nationaler Feiertag. In Finnland feiert man die Sommersonnenwende an dem Samstag zwischen dem 20. und dem 26. Juni. Zu Ehren des Gottes Ukko werden an Flussufern große Feste gefeiert. Durch Konzerte und übermäßigen Alkoholgenuss ähnelt das schon mehr einer Jugend-Party. Etwas ruhiger hingegen geht es in Dänemark und Norwegen zu. Dort feiert man am Vorabend des Johannistages am 23. Juni das "Sankt Hans"-Fest. Durch einen im 19. Jahrhundert überlieferten deutschen Brauch, verbrennt man auf einem großen Feuer eine Strohhexe. Mit dem symbolischen Verbrennen der "Hexe", verbannt man die lange Dunkelheit sowie böse Mächte. (Ähnlich wie wir es von der Walpurgisnacht kennen.) Mit Volksliedern und ortstypischer Nahrung feiert man gemütlich bis in die Nacht.

Am ausgebrägtesten feiert man das zweitgrößte Fest in Schweden. "Midsommer", wie man in Schweden sagt, wird jedes Jahr in der Nacht vor dem ersten Samstag nach dem 21. Juni gefeiert. Der Freitag Abend ("midsommarafton") war noch nie ein offizieller Feiertag, trotzdem hat ein Großteil der Geschäfte zu und auch der Fahrplantakt der öffentlichen Verkehrsmittel weißt größere Lücken auf. Auf dem Lande versammelt, richten die Männer den Mittsommerbaum (Majstången) auf, während sich die Frauen um das leibliche Wohl kümmern. Auch hier speist man traditionell Dinge aus der Region. Knäckebrot und Moltebeeren meistens für die Kleinen und für die Erwachsenen etwas Herzhafteres. Bei gutem Wetter werden die ersten Kartoffeln des Jahres gegessen, dazu Heringe, Kräuter und Käse. Als Nachtisch gibt es frische Erdbeeren mit Schlagsahne. In einem akzeptablen Maße wird, unter dem Gesang von Trinkliedern wie "Helan går", der eine oder andere Schnaps auf Ex gekippt. Natürlich wird das ganze, durch zahlreiche Instrumente, musikalisch unterstützt.
Für die jüngere, weibliche Generation ist das nicht nur ein Fest im üblichen Sinne. Noch nicht verheiratete Mädchen pflücken in dieser Nacht, sieben verschiedene Blumen von verschiedenen Wiesen. Beim zu Bett gehen werden diese dann unters Kopfkissen gelegt. Der Sage nach soll man dann von dem träumen, den man später einmal heiraten möchte. Wie auch hier, bei bestimmten Anlässen, darf das persönliche Geheimnis am Folgetag nicht verraten werden, da sonst der Traum nicht in Erfüllung geht. Still und heimlich hoffe ich ja immer noch, dass man auch von mir geträumt hat ... ;-)

Sicher werdet ihr euch schon fragen, wieso ich euch das alles schon jetzt schreibe? Denn zum Midsommer ist ja noch ein wenig Zeit. Über Ebay habe ich mir schwedischen Tischschmuck ersteigert. Eine schwedische Verkäuferin, die seit 3 Jahren in Hessen wohnt, verkaufte eine Tischdecke mit typischen Stickereien und einen sehr schönen Kerzenständer. Im nationaltypischen gelb/blau sind handbemalte Figuren und kleine Kränze am unter den weißen Kerzen angebracht.

Farblich dazu passend auch die Tischdecke, die mit ihren aufwendigen Stickereien Erlebnisse und Bräuche der schwedischen Mittsommernacht widerspiegelt.


Ich habe vor dieses Jahr (am Freitag den 27. Juni.) erstmalig Midsommer zu feiern. Hoffentlich macht mir der Dienstplan keinen Strich durch die Rechnung.

Sonntag, 6. April 2008

Probefahrten mit dem Chrysler 300c Touring

Den ersten 300c habe ich bereits im Mai 2006 gefahren. Aus einer Schnapsidee zusammen mit meinem Kumpel Georg wurde relativ schnell Ernst. Schon 2 Wochen nach der Online-Buchung für eine Probefahrt nahm der Zuständige Chrysler, Jeep und Dodge Partner in Augsburg Kontakt zu mir auf. Mit unserem Termin und jeder Menge Vorfreude auf den amerikanischen Kombi begaben wir uns zum Autohaus. Schriftkram erledigt und Schlüssel in der Hand - auf geht's! Kurz vor der Abfahrt machte uns der Verkäufer darauf aufmerksam, dass ein Stau etc. kein Problem wäre. Einfach Schlüssel in den Briefkasten und gut. Just in diesem Augenblick hatte ich unseren "Stau" fest eingeplant. Meine anfänglichen Bedenken im Bezug auf mein erstes Mal mit einem Automatik-Getriebe lösten sich schnell in Luft auf. Mit einer herrlichen Laufruhe gestalteten sich bereits die ersten paar Meter Kopfsteinpflaster bis auf die Hauptstraße. Durch eine 50:50 prozentige Gewichtsverteilung und die typisch amerikanische weiche Federung merkt man in dem 2,1 Tonnen schweren Station Wagon nichts von der Fahrbahnbeschaffenheit. Dank der nicht eingetragenen Kilometerbegrenzung (wie sonst üblich mit 100 Km) fuhren wir ohne Bedenken. Unsere Fahrt führte von Augsburg nach Ulm, anschließend Memmingen und wieder zurück. Die Geschwindigkeitsbegrenzung wurde ab Ulm Richtung Memmingen aufgehoben. Wenige Meter nach diesem Schild verspürte ich ein kitzeln im rechten Fuß, und den Drang nach der Höchstgeschwindigkeit...


Bei abgeregelten 230 Km/h war dann doch Schluss. Besondere Fahrfreude verschaffte uns der 230PS starke und 3,0 Liter große Diesel - V6 unter der langen Haube. Selbst ein leichter tritt auf's Gas bei 160 lies die Tachonadel verdächtig schnell weiter wandern. Ebenfalls ein wahres Fest war die super abgestimmte 4-Stufen-Automatik mit Overdrive.Das eindrucksvolle Äußere des Chrysler Lizensnachbaus fand auch hier in zahlreichen Blicken seine Bestätigung. Die ausschließlich mit Otto-Motoren ausgestattete Originalversion stammt aus dem Hause Dodge und wurde 2004 unter dem Namen "Magnum" auf dem amerikanischen Automarkt eingeführt. Der Magnum war der typische "Station" und daher mit einer sportlichen Optik versehen. Rasch entwickelte sich das Interesse auf dem europäischen Markt. Chrysler begann den Magnum zu verändern und den in Österreich produzierten "300c Touring" Ende 2004 in Deutschland auf den Markt zu bringen. Der hohe Absatz und das große Interesse an diesem Auto war der Grund für weitere Versionen. In der USA verkaufte man nur einen V6, den 5,7 l HEMI und den großen 6,1 l HEMI. Nur währe das hier zu Lande schwierig geworden. Der 300c wurde mit einem sparsameren und durchzugsstarken V6 Diesel bestückt. Beiläufige Versionen wie den Otto V6 und den 5,7 l HEMI stellte man auch hier zur Verfügung. Besonderes Augenmerk legte Chrysler wieder auf die extrem luxuriöse Innenausstattung, die vom eigentlichen Design nicht wieder zu erkennen war. Äußerlich unterscheidet man die zwei Kombis an der Front, die Chrysler beim Nachbau völlig neu konzipierte.

... inzwischen ist die Dämmerung hereingebrochen. Von der Autobahn runter genossen wir die letzten Runden durch die Augsburger Innenstadt. Wieder vollgetankt parkten wir das Ami-Schiff, welches nun 420 Km (!) mehr auf der Uhr hatte, gegen 21 Uhr wieder vor dem Autohaus. Nach ein paar Detail - und Erinnerungsfotos von diesem erlebnisreichen Tag machten wir uns wieder auf den Heimweg.
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Zu meinem Geburtstag im Juli fuhr ich den nun silbernen 300c Touring ein zweites Mal in Chemnitz Probe.
Aber diesmal mit Kilometerbegrenzung... ;-D