Samstag, 17. Dezember 2011

Der stürmische Joachim

Gestern hat das Sturmtief Joachim wieder mächtig für Chaos gesorgt. Bereits zum Dienstbeginn 15:30 Uhr hatten die Züge Verspätungen oder sind ausgefallen und Teile des von uns befahrenen Streckennetzes waren auch schon gesperrt.
Während meiner Schicht habe ich nur den Triebwagen "Desiro" (BR 642) gefahren - unseren "Plastebomber" wie ich ihn gern nenne. Die ganze Fahrt über hat mein Triebwagen schon ziemlich stark geschauckelt. Besonders schlimm war es, wenn man aus einem Waldstück heraus gekommen ist und die Windböen, die übers Feld kamen, volle Breitseite an meinem Triebwagen gestrandet sind. Gut, das ging aber alles noch. Etwas später am Abend bin ich mit 110 Km/h wieder durch ein Waldstück gefahren. Zu dem Zeitpunkt sind alle Züge sogar recht pünktlich unterwegs gewesen. In einer Linkskurve dann das böse Erwachen, ein Baum im Gleis. Aber was für ein Gerät! Bei einem kleinen, dünnen Baum (10 cm Durchmesser) besteht eigentlich keine Gefahr weiter. Bei dem Baum vor meinem Triebwagen kann das schon schlimmer enden. 20 cm im Durchmesser hatte der mit Sicherheit. Nach einem lauten Knall, einem heftigen Hieb und gefühlten 15 Minuten später kam nun auch mein Plastebomber zum stehen. Der Desiro hat an der Front zwei Frontscheiben. Die Obere zum durchgucken für den Lokführer und hinter der unteren Scheibe befinden sich die Scheinwerfer sowie die Zugzielanzeige. Diese untere Scheibe war nun komplett kaputt.
Auf der Rückfahrt habe ich den bereits zersägten Baum noch gesehen (DB Netz rückt dann mit Kettensägen aus). Das erstaunliche war, dass auf dem Gleis wo ich zu erst gefahren bin, etwa 150m vor dem zersägten Baum, ein etwa 1,5 m langes Stück lag. Also rein durch die kinetische Energie meines Desiros hat es das schwere Stück Holz so weit weg geschleudert. Da staunt man nicht schlecht ;-)

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